ADFC: Es gibt keinen „Toten Winkel“ an schweren Lkw.

„Toter Winkel“ gibt es nicht !


ADFC distanziert sich von Toter-Winkel-Aktion der Polizei Köln
Fahrzeuge mit sog. “Totem Winkel” sind nicht konform zur StVZO

Die deutsche StVZO schreibt vor:
§ 56 Spiegel und andere Einrichtungen für indirekte Sicht

(1) Kraftfahrzeuge müssen nach Maßgabe der Absätze 2 bis 3 Spiegel oder andere Einrichtungen für indirekte Sicht haben, die so beschaffen und angebracht sind, dass der Fahrzeugführer nach rückwärts, zur Seite und unmittelbar vor dem Fahrzeug – auch beim Mitführen von Anhängern – alle für ihn wesentlichen Verkehrsvorgänge beobachten kann. (…)

ADFC: Es gibt keinen „Toten Winkel“ an schweren Lkw

ADFC: Es gibt keinen „Toten Winkel“ an schweren Lkw.
ADFC: Es gibt keinen „Toten Winkel“ an schweren Lkw.

ADFC distanziert sich von Toter-Winkel-Aktion der Polizei Köln

Die Polizei NRW Köln hatte für Dienstag den 21.8.2018 eine Aktion auf dem Rudolfplatz geplant. Der ADFC Köln wurde von der Kriminalprävention zum Codieren von Fahrrädern eingeladen. Ohne unser Wissen wurde zusätzlich eine Aktion zum sogenannten „Toten Winkel“ geplant.

Uns ist klar, dass der Abbiegevorgang eines LKW insbesondere in einem innerstädtischen Gebiet ein komplexer Vorgang ist. Ebenso ist es wichtig, dass alle Verkehrsteilnehmer für die Fehler anderer mitdenken. Es kann jedoch nicht sein, dass die Verantwortung für Unfälle mit Aktionen wie dieser allein auf die Radfahrenden abgegeben wird. Zugelassene LKW haben sechs Spiegel, die das Umfeld ausleuchten, um den „Toten Winkel“ zu eliminieren.

ADFC: Es gibt keinen „Toten Winkel“ an schweren Lkw.
ADFC: Es gibt keinen „Toten Winkel“ an schweren Lkw.

In Aktionen der Polizei und Stadt Köln zum „Toten Winkel“ wird immer wieder suggeriert, dass dies nicht der Fall ist. Insbesondere in Schulen werden hier der Rampenspiegel und die Weitwinkel mit Tüten abgeklebt. Videobeiträge zeigen oft nur den rechten Außenspiegel, während der Weitwinkelspiegel, in dem die Verkehrsteilnehmer (oder die Schulklasse) sichtbar sind, nicht gezeigt wird. Aktionen der Hamburger Polizei und der Berufsgenossenschaft Verkehr beweisen jedoch, dass es auch anders geht.

Wir fordern von der Polizei und der Stadtverwaltung, die Aufklärung zu Abbiegeunfällen endlich auf Grundlage der aktuellen Gesetzeslage und der gültigen EU-Spiegelrichtlinien durchzuführen. Dazu gehören insbesondere die bisher nicht stattfindende Kontrolle von richtig eingestellten Spiegeln an den Ausfallstraßen und Aufklärungsveranstaltungen über das sichere Abbiegen. Die Mitarbeiter der Verkehrsunfallprävention beider Behörden müssen endlich auf den aktuellen Stand der Gesetzeslage, Wissenschaft und Methodik gebracht werden.

Der ADFC hat an der nicht abgestimmten Aktion auf dem Rudolfplatz nicht teilnehmen. Der ADFC bot die angekündigte Fahrrad-Codierung aber zeitgleich in der Geschäftsstelle im Mauritiussteinweg an. Weitere Informationen zur Fahrrad-Codierung finden Interessierte auf http://codierung.adfc-koeln.de.

Hintergrundinformationen zum sog „toten Winkel“

BG – Berufsgenossenschaft Verkehr

Videos zum Thema:

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3 Kommentare zu „„Toter Winkel“ gibt es nicht !“

  1. Liebe Henrietta, Freunde vom Fahrrad

    Ich bin Kraftfahrer und Fahrlehrer und Stimme ihrem Text absolut zu. Diese Ausrede vom Toten Winke stört mich da sie nur die Schlampigkeit bzw. Unachtsamkeit der Kraftfahrerkollegen deckt. Gerne stelle ich Fotos zur verfügung die beweisen das der Tote Winkel ein Märchen ist mit dem nur wieder Geschäft gemacht werden soll. Ich glaube nicht dass noch mehr Assistenzsysteme den LKW sicherer machen da der Fahrer mit der Überwachung noch mehr überfordert sein wird.
    Dessen ungeachtet würde ich mich freuen wenn schwächere Verkehrsteilnehmer besser auf sich selbst aufpassen würden und nicht mit dem Gedanken “Ich darf das” sterben.
    Darf ich bitte in meinen Vorträgen Bilder und Texte von Ihnen verenden? Natürlich mit Quellenangabe.

    1. Hallo,
      vielen Dank für ihren Kommentar.
      Ich bin zwar kein Fachmann, aber ich denke auch dass der sog. „Tote Winkel“ oft als Ausrede für Unachtsamkeit und/oder zu hohe Geschwindigkeit herhalten muss.
      Für die Aufklärung und die Rechtsprechung könnten Assistenzsysteme einen Unterschied machen, indem sie den Unfallverursachern die „Ausrede“ vom sog. Toten Winkel nehmen. Damit könnte man sich dann nicht mehr rausreden. Und damit könnten die Assistenzsystreme „indirekt“ zu mehr Achtsamkeit und Sicherheit führen.
      Der Hinweis, als schwacher Verkehrsteilnehmer besser auf sich selbst zu achten ist sicherlich richtig und wichtig. Ich habe die Befüchtung, dass es sich oft und Gedankenlosigkeit handelt, und Viele sich der Gefahren nicht im klaren sind.
      Jedoch haben die schwacher Verkehrsteilnehmenden zu oft einfach keine Chance, wenn sie schlichtweg übersehen werden.

      Text und Bilder habe ich aus Publikation und Veröffentlichungen des ADFC entnommen. Dort können Sie sicherlich Material für Ihre Vorträge erhalten. Die Fachleute dort freuen sich sicherlich auch über aussagekräftige Fotos zum Thema „Toter Winkel“.

      Als Kontakt beim ADFC kann ich ihnen folgende Personen nennen:

      Christoph Schmidt
      ADFC Köln – Vorsitzender und Pressesprecher
      0221-67785522
      christoph.schmidt(..at..)adfc-koeln.de

      Alexander Bühler
      ADFC Köln – Öffentlichkeitsarbeit
      0176-70688017
      alexander.buehler(..at..)adfc-koeln.de

      Frank Rattay
      ADFC Köln – Verkehrssicherheitsarbeit
      0163-4298889
      verkehrssicherheit(..at..)adfc-koeln.de

      kontakt(..at..)adfc-berlin.de

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