Biking Boom - Fahrradkultur ARTE

Fahrradkultur

Das Fahrrad ist weit mehr als nur ein Transportmittel. Es ist Lebensstil, Protestmittel, Kunstobjekt.

Eine sehenswerte Doku-Reihe in 3 Teilen bei ARTE/Kultur und Pop

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Vor über 200 Jahren wurde es von Karl von Drais erfunden und hat sich seitdem von der kuriosen Laufmaschine zum demokratischsten aller Fortbewegungsmittel gemausert.

Biking Boom

Biking Boom (1/3): Das Fahrrad als Lebensstil

Die Bewohner zahlreicher europäischer Metropolen haben das Fahrrad entdeckt. Es gibt inzwischen eine pulsierende Biker-Szene, in der das Fahrradfahren zum sorgfältig gepflegten Lebensstil avanciert ist. Das Fahrrad ist weit mehr als nur ein Transportmittel. Berliner Hipster fahren gern Fixies: Räder ohne Schaltung und ohne Bremsen. Die simplen Teile passten als Gegenentwurf perfekt in die kompliziert gewordene Konsumwelt. So gibt es in der deutschen Hauptstadt mittlerweile immer mehr auf Fixies spezialisierte Fahrradmanufakturen. In London treibt der Kult ums Radfahren weitere Blüten: Fahrrad-Cafés sind äußerst angesagt, und seit vier Jahren können radbegeisterte Singles sogar spezielle Kuppel-Veranstaltungen besuchen. Beim Cycle Speed Dating treffen sie auf Gleichgesinnte. Mikael Colville-Andersen aus Kopenhagen hält die Passion der Londoner Cycle-Szene für übertrieben. In der dänischen Hauptstadt ist das Fahrrad Massenware. Dafür findet man dort Menschen, die auf ihrem Zweirad in erster Linie gut aussehen wollen. Colville-Andersen brachte das auf die Idee, den Streetstyle-Blog „Cycle Chic“ zu starten. Für seinen Blog fotografiert er schöne Kopenhagenerinnen und Kopenhagener auf ihren Rädern, natürlich immer perfekt gestylt.

Biking Boom (2/3): Das Fahrrad in Kunst und Pop

In dieser Folge: Das Fahrrad ist ein technisches Meisterwerk und inspiriert schon seit über hundert Jahren Künstler aus aller Welt. So kennt die Malerin Taliah Lempert aus New York für ihre Bilder nur ein einziges Motiv: Fahrräder.
Das Fahrrad ist ein Meisterwerk. Seine Form ist poetisch, seine Mechanik perfekt und auch seine Symbolik veraltet nicht. Deshalb inspiriert es schon seit mehr als hundert Jahren Künstler aus aller Welt. Marcel Duchamps „Roue de bicyclette“, Ai Weiweis Radskulptur „Forever“ und Alicja Kwades „Reise ohne Ankunft“ beweisen, dass beeindruckende Werke entstehen können, wenn Kunst und Fahrradkultur aufeinandertreffen. Die wohl einzige Fahrradmalerin Amerikas lebt in New York. Taliah Lempert kennt seit 20 Jahren nur ein Thema: Fahrräder. Hunderte von Radporträts sind unter ihrem Pinsel entstanden. Einige Straßenzüge weiter beschäftigt sich die polnischstämmige Streetartistin Olek mit dem Rad. Sie häkelt alles ein, was ihr unter die Finger kommt – darunter Autos, Züge, vor allem aber Fahrräder. Mit ihren „Urban Interventions“ will Olek den Blick auf das lenken, was man im Alltag übersieht, weil es einem zu vertraut ist. Damit ist sie nicht alleine: In Italien führt Gianluca Gimini ein kurioses Experiment durch. Er bittet Passanten, aus dem Gedächtnis ein Rad zu zeichnen. Die so entstandenen Skizzen hat Gianluca am Computer in Modelle verwandelt. Kaum eines dieser Fantasie-Räder wäre in der Realität fahrtüchtig. Aber die Kunstwelt verdankt Giminis Experiment unzählige neue kreative Modelle. Auch die Tour de France fasziniert Künstler aller Genres: zum Beispiel den Fotografen Andreas Gursky oder die Elektropioniere Kraftwerk, die mit ihrem Song „Tour de France“ 1983 die Hymne zum Rennen lieferten.

Biking Boom (3/3): Protestkultur auf Rädern

In dieser Folge: Das Fahrrad steht auch für Widerstand und Protest, das beweisen ganz unterschiedliche Formen der Demonstration auf Rädern in Los Angeles, London und Berlin. Besonders gefährlich ist der Protest allerdings im Iran …
Das Fahrrad ist nicht nur ein anerkanntes alltägliches Verkehrsmittel, es lässt sich auch für Widerstand und Protest nutzen. So mobilisiert die 1992 von Fahrradkurieren in San Francisco gegründete „Critical Mass“-Bewegung inzwischen Fahrradfahrer auf der ganzen Welt. Gemeinsam demonstrieren sie für ihre Rechte im Straßenverkehr. Auch der Londoner Fahrradkurier Nick Swindon kämpft für das Recht des Schwächeren auf der Straße. Seit Jahren protestiert er gegen gefährliche Verkehrsplanung, sinkende Gehälter und gnadenlose Arbeitszeiten in der Messenger-Branche. Andi Xoch kommt aus der Eastside von Los Angeles, einem rauen Stadtteil voller „Verlorener“, in dem vor allem Chicano-Frauen hart um ihr Überleben kämpfen müssen. Und das tun sie mit ihren Fahrrädern: für Freiheit und Unabhängigkeit, für Straßen, in denen sich Frauen sicher bewegen können. Im Iran wurde 2016 sogar die Fatwa aufs Fahrradfahren für Frauen ausgerufen. Doch die Iranerinnen lassen sich von der religiösen Verdammung nicht abschrecken. So wird das Fahrrad dort zu einer politischen Waffe.

 

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